Geschichte des Komondors

Vor Jahrtausenden entwickelte sich die Komondorrasse u. a. aus der Rasse der Tibetdogge, wo man Verwandtschaftsmerkmale fand, dass die Rasse vermutlich vom Molosser u. Bronzehund abstammt.

Auf Ausgrabungen in der biblischen Stadt Ur fand man Tontafeln mit Abbildungen großer zotthaariger Hunde zusammen mit Rindern,
die als KU-MUND-UR bezeichnet waren.

Der aus dem Völkernamen "koman" weitergebildete Name Komondor bewahrt seine kumanische Herkunft.
Der Name ist identisch mit dem Namen jenes Stammesverbandes, der an Ostern des Jahrs 1239 den Radna-Paß überquerte, in Ungarn von König Bela´s den IV. bereitwillig aufgenommen wurde und im Laufe der Zeiten dann mit dem Ungarntum verschmolz.
Die Sprache der Kumanen bestand sehr ausgeprägt aus Sprachelementen ihres in grauer Vorzeit benachbarten Volkes der sibirischen Kiptschaken. Doch ihr Völkername ist türksprachigen Ursprungs. Er ist bis auf den heutigen Tag im Ungarischen erhalten geblieben: der Volksname (das Ethnonym) "kun" und die Namensformen kuman, koman können von der Stammsilbe "qn" (= falb, lichtgelb, auch blaß) der ost-türkischen Sprachen abgeleitet werden.

Interessant auch, daß sein frühes Verbreitungsgebiet innerhalb seiner neuen Heimat im frühmittelalterlichen Ungarn identisch ist mit den ursprünglichen Siedlungsgebieten der Kumanen zwischen Donau und Theiß. Bei Hontos und südlich von Széged, auf den Besitzungen der Chertan-Sippe im Kiskunhalász-Inoka, Kunszentmarton, Bánkút und Szentkirály östlich von Kécskemet. Die exakten königlichen Beurkundungen dieser Siedlungsgebiete um 1279 und die archäologischen Ergebnisse des András Pálóczi Horváth um 1985 im Bereich der kynologischen Relikte aus genau diesen kumanischen Siedlungsgebieten sind deckungsgleich und sprechen eine klare Sprache.

Der Komondor ist also der kumanische Hund. Der Hund der Hirtennomaden aus der Tiefe des eurasischen Raumes.

(Siehe auch Artikel von Autor Michael Grotkamp, der langjährige Forschungen auf dem Gebiet der Etnologie, Geschichte, Haustierforschung und Archäologie Ungarns und der Steppenvölker betreibt, veröffentlicht auf der Seite des Klubs für ungarische Hirtenhunde e. V., im Jahr 2005.)

Teilweise geht man auch davon aus, dass er bereits gegen Ende des 9. Jhd. mit der Eroberung des Karpatenbeckens mit den Magyaren, einem Steppenvolk, eingewandert ist. Im Laufe des Mittelalters gelangte er nach Ungarn und wurde dort von den ungarischen Schäfern sehr geschätzt und schnell heimisch. Bereits seit dem 16. Jhd. wird diese Rasse daher den ungarischen Hirtenhunden zugerechnet, obwohl er ursprünglich kein ungarischer Hund ist.

Die Nomaden trieben die großen Tierherden von einer Weide zur anderen trieben. Die Männer zogen auf ihren Pferden voran - auf der Suche nach besseren Plätzen, auf denen ihr Volk sich niederlassen und genug Futter für die Tiere finden konnte. Frauen und die großen Herden wurden von einem wilden tapferen und zähen Hund beschützt. Er war unentbehrlich zum Schutz der Herden vor Wölfen, Bären u. a..
Jahrtausende lang war der Komondor als Wachhund treuer Gefährte der Hirten des türkischen, asiatischen und ungarischen Raumes, der meistens als Paar bei den großen Schaf- und Rinderherden gehalten wurde und vorwiegend nachts die Herde wie auch die Familie des Hirten vor Wölfen, Bären und feindlichen Angriffen beschützte.
Meist kam es nicht zum Kampf, denn die reine Anwesenheit des Komondor´s hielt Räuber fern. Auf Grund seiner hohen Intelligenz handelte er selbstständig, es brauchte keinen Befehl oder große Anleitung der Hirten.

Mit den großen Mongoleneinfällen im 13. Jahrhundert ist er nach Mitteleuropa gelangt.
Mit der Zeit passte er sich den Anforderungen und seiner Umgebung an, das Fell wurde etwas feiner und er bewachte neben den Herden auch die Bauernhöfe.