Meine

Im Allgemeinen
Meine Hunde halten sich am liebsten da auf, wo ich bin. Sie sind auf fast allen Ausflügen mit dabei, sei es auf den fast täglichen Ausflügen auf Wiesen in der näheren Umgebung, im Garten, zum Einkauf oder auf Urlaubsfahrten.
Wenn ich zu Hause bin, ziehen die Hunde den Aufenthalt bei mir jeden anderen Aufenthalt wie z. B. im Garten vor. Selbst jetzt, wo ich diese Zeilöen schreibe, liegt Jenni hinter mir auf den Fußboden. Ein Komondor, der viel Auslauf hat, aber dessen Herrchen keine Zeit hat, ist arm dran. Für einen Komondor, der sich in einem großen Garten auch nur bewegt, wenn es etwas zu sehen gibt, ist der soziale Kontakt mit seinem Rudel viel wichtiger. Natürlich muss man sich vorher im klaren sein, dass man sich damit von einem Wohnzimmer, welches früher als "Gute Stube" bezeichnet wurde, verabschieden kann, davon abgesehen, dass es Komondor-fähige Ausmaße haben muss. In der Literatur liest man oft, dass Komondorhunde selten spielen. Dem kann ich nicht zustimmen. Meine Hunde sind sehr verspielt und nutzen die Gelegenheit oft. Ich fordere sie auch gern dazu auf, ist es doch wichtiger Bestandteil der Erziehung, der Feststellung der eigenen Grenzen usw.. Selbst Alice im Alter von 12 Jahren war dazu nicht abgeneigt. Auch wenn manchmal Scheinbeißereien oder Angriffe nicht ohne blaue Flecken abgehen, untergräbt es keinesfalls meine Autorität, ob ich nun auf der Wiese unten oder oben liege.
Mürrisch wie ihnen auch oft nachgesagt wird sind sie nicht, eher schon zurückhaltend, misstrauisch, abweisend aber auch mit gewissen Stolz Fremden gegenüber, den sie sich bei mir bewahrt haben.
Einem Komondor alles zu verbieten und wie einen Sklaven zu halten bricht seinen Stolz, seine Psyche (sein Herz?) Er ist dann nur noch ein trauriges Abbild, ein Schatten seiner selbst.

Goschi und Alice
Nach "theoretischer" Beschäftigung hatte ich nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen um einen Welpen das Glück, eine erwachsene Komondorhündin zu DDR-Zeiten zu erwerben. Meine Hündin Ujjas Szentivani mit Rufnahmen Goschi war als Welpe aus Ungarn importiert wurden - also eine echte Ungarin.
Obwohl mir damals bei unserer ersten Begegnung nicht ganz wohl war - wie sie mich als Eindringling so aus ihrem Zwinger anknurrte und anbellte, bei meiner Annäherung mit Kraft gegen den Zaun sprang, dass er mir der Maschendraht einen halben Meter mit Hund entgegenkam, schlossen wir schon sehr schnell Freundschaft. Als wir sie damals abholten, waren wir mit unserem "Trabbi" noch nicht außerhalb ihres kleinen Wohnortes, als sie mir, auf dem Rücksitz sitzend, bereits die Pfote auf die Schulter legte ...
Goschi akzeptierte mich gleich als Rudelführer und zu Hause nahm sie den Platz "an meiner Seite" ein. Bei Streitigkeiten hielt sie immer zu mir und bellte auch schon mal die anderen Familienmitglieder an. Anfangs gab es auch kleinere Zwischenfälle, sie beobachtete genau was ich tat und ließ es nicht zu, dass jemand anders Gegenstände, die ich z. B. irgendwo abgelegt habe, wegnehmen dürfte. Dabei achtete sie jedoch immer darauf, dass sie niemand verletzte. Manchmal schoss sie auch über das Ziel hinaus.
Wie zum Beispiel bei einem kleinen Streit, wo es um das Abschalten des Fernsehers ging, meine Frau, kurzerhand die Fernbedienung nahm, abschaltete und dann Goschi, die den Streit beobachtete, meine Frau mit einen kleine Biss "bestrafte" oder mir zu Beginn einer Urlaubsfahrt “versehentlich eine Ohrspitze abbiss. Überhaupt versuchte sie jeden Streit bei den Kindern zu schlichten, meistens mit Erfolg.
Mit der Zeit konnte ich Goschi jede Stimmung und alles was sie wollte, aus ihrem Verhalten ablesen, aber auch sie hatte gelernt, mich wortlos, meine Gebärden zu verstehen. Für Fremde ist der "mit Fell zugewachsene Hund" der noch dazu seine Regung nicht immer lautstark kund gibt, kaum einschätzbar, während ich an der Sitzhaltung, der Bewegung, den Gesichtsausdruck, Schwanz und Körperhaltung und dem Atemgeräusch ganz genau im Bilde war, wo der Schuh drückt und was sie wollte.

Auch Goschi verstand mich ohne Worte. Goschi war eher ein nachdenklicher ruhiger Typ, die erst genau "nachdachte" ehe sie handelte. Ich habe noch nie einen Hund gekannt, der so klug und intelligent war und Handlungen und Folgen so überschauen konnte. Goschi konnte jedoch auch sehr lebhaft und lebenslustig werden.
Goschi hat mich im Alter von 14 Jahren wegen eines Mamatomors (Brustdrüsenkrebs) vor mehreren Jahren verlassen und wird mir immer fehlen.

In der ehemaligen DDR gab es nicht viel Komondore. Hundefreunde haben mich daher oft angesprochen, es mit der Zucht zu versuchen. Da ich auch selbst ein Nachkommen von Goschi behalten wollte, habe ich einen Zwinger eingerichtet. Abnahme und Namen "vom Bärenwinkel" beantragt und meine Goschi bei einem Rüden in Dresden zugelassen.
Aus den Wurf, der dann erfolgte, entstanden viele neue Linien, unter denen auch welche zu Int. Zuchtschauen wiederholt den 1. Platz erhielten.

Obwohl alle Hundefreunde mich unterstützten, war es ein schwieriges Unterfangen. Für einen "Zucht-Anfänger" kannte ich mich weder in den Gepflogenheiten noch in den Bestimmungen der Zucht aus. Auch gab es nichts, wo man die Bestimmungen ausführlich in einem Werk hätte übersichtlich und verständlich nachlesen können (entweder ist die Literatur zu professionell oder unvollständig, selten findet man etwas, was die Praxis mit den Genehmigungen verbindet) und die Zeit drängte.
Dank denen, die mich damals unterstützten!

Von dem gesunden Wurf habe ich die Hündin Alice vom Bärenwinkel behalten.

Alice ist vom Charakter das Gegenteil wie ihre Mutter. Sie zeigt sich gern draufgängerisch und kämpferisch und bellt gern. Während Goschi manche Situation erst analysiert hat und dann handelt, bellt Alice im Dunkeln "sicherheitshalber" auch schon mal ein Verkehrsschild an und erkundet hinterher ...

Ansonsten hat sie natürlich alle Eigenschaften des Komondors und da sie bei uns aufgewachsen ist, kommt sie besser wie Goschi mit allen Familienmitgliedern zurecht und zeigt mehr Verständnis und Toleranz besonders den Kindern gegenüber.

Alice ist am 03.05.2001 an einen Kreislauf- Herzversagen auf dem OP-Tisch infolge Gebärmutterentzündung und Veränderungen am Magenausgang nach kurzer schwerer 3-tägiger Krankheit verstorben. (Es hätte ihr nicht mehr geholfen werden können.)

Ich, meine Frau und meine Kinder werden sie nie vergessen und auch jetzt, nach vielen Jahren vermisse ich sie oft sehr wie auch Goschi.

Jenny
Nachdem uns Alice, unsere Komondorhündin verlassen hat, haben wir Jenny, Urenkelin unserer Hündin Goschi in unserer Familie aufgenommen. Am 19. Juni 2001 geboren, jung, sehr intelligent u. lebhaft, konnte ich schon erkennen, dass sie in ihren Verhalten Goschi ähnlich ist, ihr bestechendsten Eigenschaften sind Ihre Intelligenz und das Erfassen und Umsetzen im Verhalten und in ihrer Logik.
Sie geht aufgeschlossen auf jedem Menschen und auch andere Hunde ohne Angst zu und möchte jeden kennenlernen und freut sich, neue Bekanntschaften zu machen.
Sie lässt sich von Jedem gern anfassen und ist nicht schreckhaft. Jedes Kleinkind konnte sie ohne Sorge streicheln. Auf unseren Mittelalterveranstaltungen nutzen alle, die wollen, ausgiebig diese Möglichkeit. gerade bei Kinder war sie sehr vorsichtig und sorgsam.
Das ging solange, bis auf einer Veranstaltung zwei Kinder versuchten, ihr die Augen einzudrücken bzw. auf die Pfoten zu stellen. Als sie merkte, dass das kein versehen sondern Absicht war, lässt sie sich von keinem Kind mehr streicheln.
Wir sorgen nun dafür, dass kein Kind sie streicheln kann. Von Erwachsenen nach wie vor gern und ausgiebig.
Nun ist sie auch schon wieder 7 Jahre alt und die Zeit vergeht so schnell ...