Wesen Teil 2

Nicht nur aus den körperlichen Eigenschaften sondern auch aus dem Wesen und den geistigen Fähigkeiten ergeben sich Dinge, die bei der Unterbringung des Hundes zu berücksichtigen sind:

Der Hund ist weder ein “Sklave” noch ein “Werkzeug” des Menschen und schon gar nicht eine “Sache” wie in unseren Gesetzen steht und sollte auch nicht so untergebracht werden.
Früher sagte man, ein großer Hund gehört in den Zwinger, ein kleiner möglichst und die ganz kleinen kann man in der Wohnung halten, wobei selbst da eine Zwingerhaltung nicht ausgeschlossen ist.
Hauptsache, der Hund hat genügend Auslauf und Platz und viel frische Luft, gutes Futter, eine gute Erziehung. Ein Schäferhund gehört mindestens einmal die Woche auf den Abrichtplatz usw.. Auf die sozialen Kontakte wurde weniger eingegangen.
Heute steht der Kontakt zum Menschen im Vordergrund. Ein noch so großer Zwinger und eine noch so große Wiese am Haus nützen gar nichts, wenn Frauchen oder Herrchen am Tage keine Zeit für den Hund findet und sein Gewissen mit " Er hat ja genug Auslauf" beruhigen will. Davon abgesehen, gibt es viele Rassen, die ohne Anstöße auch in einem großen Garten kaum laufen, nachdem sie alles erkundet haben. Eine reine Zwingerhaltung, wo das Tier auf ein paar m² Fläche gehalten wird oder Kettenhaltung wird abgelehnt. Leider gibt es immer noch "Fertigzwinger" von 2 m² Fläche und etwas darüber zu kaufen. Sie sollten nur als Notunterkünfte genutzt werden, wenn der Hund nicht laufend die Möglichkeit hat, diesen Zwinger zu verlassen. Endlich wird nicht nur der Unterbringung, sondern auch dem Bedürfnis und den sozialen Kontakten des Hundes entsprechend, die Aufmerksamkeit geschenkt.

Denkt ein Hund? - eine Frage, die von vielen nicht gestellt sein kann und darf und oft ins lächerliche gezogen wird und aus religiösen Gründen nicht gestellt werden darf. So soll doch der Mensch der einzige sein und bleiben, der das kann, diese wichtige Eigenschaft, die ihn angeblich von den Tieren unterscheidet, eine Fähigkeit, die er von Gott erhalten haben soll und eben nicht die Tiere.

Unterscheidet ihn ja auch, denn kein Tier, das denkt, würde seine Umwelt so vernichten, seine eigene Art aus irgendwelchen politischen, religiösen oder wirtschaftlich-gierigen Gründen in Kriegen töten, Urbevölkerungen ausrotten und die Weltherrschaft antreten wollen wie der Mensch.
Da käme vielleicht die Frage eines Kindes “Wozu Kriege da sind?” oder dann einfach die Antwort: “Wie blöde sind denn Die?”

Mittlerweile hat die Wissenschaft entdeckt (Was alle Hundehalter, die einen lieben und engen Kontakt zu ihren Hunden haben, längst wussten), dass die Hunde auf ihre Umwelt nicht nur mit Instinkten reagieren, sondern auch denken können und Gefühle haben.
Seit längerem hat man festgestellt, dass ein Regenwurm genauso Schmerz empfindet wie ein höher entwickeltes Lebewesen, ja, dass das Schmerzempfinden sogar die Ausschüttung der gleichen chemischen Stoffe wie im Körper des Menschen, auslöst und neuerdings hat man entdeckt, dass Bienen logisch handeln können.
Aus meinen Gefühl heraus habe ich schon immer geglaubt, dass Tiere ähnlich denken können u. Gefühle entwickeln wie der Mensch - nur dass, je weiter sie vom Menschen mit ihren spezialisierten Organen entfernt sind, eben der Mensch nicht mehr in der Lage ist, sich in das Tier zu versetzen und die Denkabläufe gar nicht mehr erkennt, da er die Umwelt ganz anders erfasst.

Der Hund kann zwar schlechter sehen wie der Mensch, aber er hört und riecht nicht nur um ein vielfaches besser, er lebt damit auch in einer ganz anderen aber eben so bunten Welt wie wir. Während wir missbilligend auf einer menschenleeren für uns informationsleeren Straße an einem fremden Hundepfützchen vorbeilaufen, erkennt unser schnuppernde Hund "Ach eine Hündin, schon etwas älter, aber kerngesund, sie ist bald hochläufig, interessant." Für uns sind diese Informationen nicht greifbar und daher haben wir in unserer Herrlichkeit auch kein Verständnis für den Hund, der noch ein bißchen verweilen möchte.
Es ist sicher auch die Art, wie wir an die Dinge herangehen, der Mensch, höchstentwickelt, der Größte. Wir sollten ein wenig mehr Verständnis und Achtung für andere Lebewesen übrig haben, die in der Spezialisierung einen anderen Weg der Anpassung gingen, aber die genau so viele Informationen (meistens mehr, weil unsere Sinne schon abgestumpft sind) aus ihrer Umwelt aufnehmen und intelligent spezifisch nach den Aufnahmedaten u. der Notwendigkeit verarbeiten können wie wir. Ich glaube, man wird sich da noch auf einige Entdeckungen freuen dürfen.
In der Entwicklung vom Wolf zum Hund hat der Hund viele für den Menschen wertvolle Eigenschaften dazu bekommen, die in den Grundbausteinen schon immer vorhanden waren. Die wichtigste, sein Rudelverhalten, hat er sich bis heute bewahrt. Dieses Verhalten war die Grundvoraussetzung, nicht nur neben uns, sondern auch mit uns leben zu können.
Der Hund ist das einzige Haustier, dass nicht im Stall oder ähnlichem lebt, sondern direkt in die Familie integriert ist. Selbst eine Katze als Einzelgänger kann nicht so intensiv an das Familiengeschehen beteiligt werden wie ein Hund. Der Hund (als das einzigste Haustier) beobachtet die Familie nicht nur und wählt sich nicht nur eine Lebensnische aus, sondern er nimmt aktiv am Familienleben als Rudelmitglied teil.
Wenn man bedenkt, zu welchen Leistungen der Hund und nicht etwa der Mensch fähig ist, um überhaupt mit dem Menschen in einem Rudel zu leben. Als erstes muss er eine neue Zeichen- und Gebärdensprache lernen, er muss z. B. lernen, dass Lachen des Menschen (Zähne zeigen) etwas anderes bedeutet, als wenn der Hund die Zähne fletscht. Neben den paar Befehlen lernt er wesentlich mehr Gefühlsäußerungen des Menschen zu deuten und zu verstehen. Er muss lernen (für ihn ohne Sinn) allein zu bleiben, obwohl er uns doch immer begleiten möchte und dann kommen solche abartigen Forderungen wie, "hier darfst du nicht pinkeln", dort sollst du bellen, hier nicht usw.. Der Hund ist immer für uns da, während er warten muss, bis wir endlich Zeit für ihn haben.
Dem allen müssen wir bei der Haltung Rechnung tragen. Mit der Hundeliebe allein ist es nicht getan. Wie schon auf der vorherigen Seite erwähnt, sollte man sich ab und zu mal fragen: "Wäre ich der Hund, würde ich hier bleiben?"

Dei wichtigste Schlussfolgerung hieraus ist, dass man den Hund nicht ohne Menschenkontakt in einen Garten oder Zwinger gibt, sondern die Möglichkeit schafft, dass er so oft wie möglich um uns ist. Auch wir sind wie der Hund Lebewesen mit einem Familien- und Rudelverhalten und gehören nicht Arten an, die außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger ihrer Wege gehn und keinen Artgenossen in einem Gebiet dulden. Auch uns würde das nicht gefallen, allein lange Zeit auszuharren und “weggesperrt” zu werden, bis jemand der Familie mal mit uns “spielen” will.
Das sollte man bei einer Haltung immer berücksichtigen. Der Hund braucht keinen goldenen Käfig, sondern ein Rudel.